Eine kleine Gemeinschaft in einer Millionstadt

NDS in Kairo

Cairo Community

Kairo Gemeinschaft

Sionsschwestern leben seit 1971 in Kairo; damals wurde eine kleine Gemeinschaft im Gebiet von Materaya gegründet, dem alten „Heliopolis“, das in Jer. 43,13 erwähnt wird. [Jetzt gibt es nur mehr einen Obelisken… gab es andere, nach dem Jeremia-Text zu schließen? Der eine Obelisk ist einer der schönsten in Ägypten; er wird von vielen Touristen besucht.

Eine zweite Gemeinschaft wurde 1975 für die jüngeren ägyptischen Schwestern eröffnet, die sich zu Studienzwecken im Libanon befunden hatten. Zur Zeit des Libanon-Krieges beschloss das Leitungsteam, die Gemeinschaft in Beirut zu schließen und die ägyptischen Schwestern zurück nach Ägypten zu schicken. Eine kleine Gemeinschaft (Mona, Carina, Emtissal, Mireille Gilles) wurde im Gebiet von Daher eröffnet, in einer alten Wohnung an der Kobeissy-Straße. Im Gebiet von Daher und dem Nachbargebiet Abbassiya sieht man immer noch Hinweise auf eine jüdische Gemeinde, die einmal dort lebte. Als die Schwestern dorthin zogen, waren viele Gebäude in sehr schlechtem Zustand. Aber seither wurden viele dieser Gebäude durch moderne Apartmenthäuser, Geschäfte und kleine Supermärkte ersetzt. Es gibt auch viele Kirchen in der Gegend (koptisch-orthodox und -katholisch, syrisch, griechisch- und chaldäisch-katholisch, armenisch- und griechisch-orthodox, Kirchen von Franziskanern und Jesuiten): daran erkennt man die ehemalige und auch heute noch immer ziemlich große christliche Bevölkerung. Im Jahr 1985 übersiedelte die Gemeinschaft in eine neu erbaute Wohnung im College de la Salle, ebenfalls im Gebiet Daher. Derzeit leben vier Schwestern in der Gemeinschaft in Kairo: Carina, Mona, Darlene und die Novizin Victoria.

Carinas Hauptaufgabe ist die Leitung der Englischkurse im Kindergarten der maronitischen Schule. Darüber hinaus leitet sie „Beth Myriam“ (Das Haus Mariens, siehe (tlig.org), wo arme Christen aus der Gegend einmal in der Woche eine ausgewogene gekochte Mahlzeit bekommen. Sie arbeitet auch mit der Abteilung College de la Salle der Organisation des Hl. Vinzenz von Paul zusammen, die sich durch Forschung und Hilfe um arme Christen aus der Gegend kümmert.

Sr Mona Kindergarden

Sr. Mona im Kindergarten

Mona leitet den Kindergarten “Mary’s Tree” im oben erwähnten Gebiet von Mataraya. „Mary’s Tree“ bezieht sich auf den Ort – einen von vielen in Ägypten – wo die Heilige Familie während ihres Aufenthaltes hier Zuflucht gefunden hat. Die Legende erzählt, dass Maria mit ihrem Kind unter einer Platane ruhte, die ihre Zweige herabneigte, um Maria etwas  von ihren Früchten zu geben. Dieser Baum gegenüber vom Kindergarten, jetzt nur mehr ein großer Stumpf, wird von vielen Touristen besichtigt. Seine „Tochter“ ist eine lebendige Platane am Kinderspielplatz, die noch immer Früchte trägt.

Der Kindergarten wurde von den französischen Sionsschwestern gegründet, als sie sich, aus Alexandria kommend – wie oben erwähnt – 1971 in diesem dicht bewohnten Gebiet von Kairo niederließen. Einige Jahre danach bat die Kongregation die ägyptische Caritas, die Administration des Kindergartens zu übernehmen, aber bis heute hat noch immer eine Sionsschwester die Leitung. Der Kindergarten arbeitet eng zusammen mit dem Caritaszentrum auf der andern Straßenseite, das sich bemüht, für die Nöte der Menschen aus der Gegend zu sorgen: Gesundheitsvorsorge, Alphabetisierung, Klassen für Behinderte, usw. Der Kindergarten bereitet Kinder in regulären Klassen auf den Schuleintritt vor, und er sorgt auch tagsüber für jüngere Kinder, deren Eltern beide arbeiten.

Die Kanadierin Darlene ist kürzlich nach Ägypten zurückgekehrt, nachdem sie 6 Jahre mit dem Leitungsteam in Rom verbracht hat. Heuer wird sie teilweise im koptisch-katholischen Seminar in Maadi/Kairo arbeiten, um Studenten des ersten und zweiten Studienjahrs mit ihrem Englisch zu helfen. Sie unterrichtet auch einen Kurs für freiwillig teilnehmende Philosophie- und Theologiestudenten in englischer Sprache. Der Kurs befasst sich mit einigen Texten der Heiligen Schrift, unter Verwendung jüdischer Kommentare. Die Studenten haben den Kurs mit Begeisterung begonnen: sie sind begierig, mehr über die Kultur des Volkes von Jesus zu lernen.

Heuer hat die Gemeinschaft die Freude, das Privileg und die Verantwortung, Victoria bei sich aufzunehmen, eine junge Frau aus Berba, die kürzlich ihr erstes Jahr als Novizin begonnen hat. Victoria studiert im Sakakini Center: katechetische und theologische Studien und auch religiöses Leben. Sie freut sich auch über eine freiwillige Tätigkeit 2 Tage pro Woche in einer Gehörlosenschule, wo sie eine neue Sprache lernt: arabische Zeichensprache! Sie macht auch Fortschritte im Englischen beim Kaffeegeplauder mit Darlene!

Sr Darlene DeMong NDS
Übersetzung aus dem Englischen: Dr. Helmut Paul