Mein Leben als Sionsschwester in Aubagne

NDS in Aubagne

Sr. Genevieve

Sr. Genevieve

Von den vielen Aktivitäten, die mir vorgeschlagen wurden, habe ich versucht, die zu wählen, in denen ich am besten das Charisma der Kongregation zeigen kann. Daher habe ich mich vor allem dem interreligiösen Dialog gewidmet.

Während einiger Jahre hat sich eine Gruppe jeden Monat getroffen, einerseits, um einander besser kennen zu lernen, anderseits, um gemeinsam etwas zu unternehmen.
Dank einem der jüdischen Freunde unserer Schwester Gaby wurde ich gerne aufgenommen, und seit drei Jahren nehme ich teil als eine katholische Schwester, für die die Heilige Schrift genauso wie Beziehungen zu Juden, Moslems und Außenseitern wesentlich sind. Das führte sogar zu einem Artikel über mich in der lokalen Zeitung mit dem Titel „von Seiten der Obdachlosen“. Aber vor allem bin ich als Sionsschwester bekannt. Das war mir wichtig.

Ein anderes Engagement führte mich zur Spitalsseelsorge. Auch dort hatte ich viele Kontakte mit jüdischen und arabischen Patienten, mit Christen und Ungläubigen. Manchmal sind diese Treffen nicht lohnend, aber meistens  sind sie befriedigend, denn man bekommt immer mehr als man gibt. Im Spital Timone in Marseille ist die Seelsorgsstation interreligiös; es gibt dort einen Jesuiten, einen Rabbi, einen Imam, und wir, die freiwilligen Helfer, können sie rufen, wenn ein Patient das wünscht.

Bis zum heurigen Jahr habe ich in einem “Solidaritätsladen” der Caritas gearbeitet, wo ich auch viele Menschen aus dem Maghreb getroffen habe. Aber jetzt habe ich das aufgegeben, um mich neuen Aufgaben widmen zu können:
Menschen, die sich in unsern Pfarren nicht wohl fühlen, hören oft auf, ihre Religion zu praktizieren.

Sr. Genevieve

Sr. Genevieve

Gemeinsam mit einem offeneren Priester von Gémenos haben wir häusliche Liturgien begonnen: Gespräche über die Schrift, eine Eucharistiefeier, und schließlich ein leichtes Mahl, das den Abend beendet. Und im Jänner 2012 soll ich zu einer Gruppe in Marseille kommen, die mich gebeten haben, ihr Verständnis von Gottes Wort zu vertiefen. Aber ich kenne diese Menschen noch gar nicht!

Ich habe mir gedacht, ich sollte diesen Arten von Treffen den Vorrang geben. Vielleicht sollte ich noch von meinen Besuchen in Gémenos (häufig), in Lorgues (von Zeit zu Zeit) sprechen, von meinen Treffen mit den Kleinen Schwestern von Jesus in Aubagne (täglich) und mit M. Claire Brézét…

Ganz zu schweigen von meinen Nachbarn im Haus und meinen vielen Freunden. Damit sind meine Tage ausgefüllt!

Sr Genevie Vatin-Pérignon NDS
Übersetzung aus dem Englischen: Dr. Helmut Paul