„Was wollt ihr mir geben…“

Karfreitag – nicht nur für Jesus

Kreuz im LichtAuch für Judas Iskariot, der zu den Hohen Priestern geht und sagt: „Was wollt ihr mir geben…“

Was ist passiert mit Judas einer der Zwölf, der dabei war als Jesus Kranke heilte, Dämonen austrieb und seine Worte und Lehren hörte? Judas, der auch in einer der Zweier Gruppen von Jesus ausgesandt, solche Taten im Vertrauen auf Jesus vollbrachte! Und als sie alle zurückkamen von ihrer ersten Missionsreise und mit Freuden erzählten, was sie so erlebt hatten, spürte auch Judas die Sorge Jesu um sie alle als er sie daher ein wenig abseits nehmen wollte, damit sie sich ausruhen können.

Und während sie aßen, sprach er: „Amen, ich sage euch: Einer von euch wird mich verraten und ausliefern.“ Mt 26, 21

Was ist passiert, genau jetzt, sodass Judas bereit ist zu dem Hohen Priester zu gehen um Jesus zu verraten? Verrat ist immer auch eine Art von Gewalt, da ich eine Vertrauensbeziehung störe und den anderen ausliefere um ihm Schaden zuzufügen.

Und die Art wie Judas Jesus verrät indem das Symbol des Kusses umgedreht wird! Denn ein Kuss ist Ausdruck einer Liebesbeziehung, einer Freundschaftsbeziehung! Dieser Ausdruck wird nun zum Verräter-Kuss. Und damit wird auch das Ausmaß deutlich, dass sich nicht nur menschliches Tun hier sichtbar abspielt zwischen Jesus, Judas und den Tempelpriestern sondern auch ein Kampf Jesu mit den Mächten der Finsternis. Mit dem Teufel der auch Prinz der Lüge genannt wird, wo doch Judas die Beziehung zu Jesus verleugnet.

Das Festessen hatte ein Ende und man beginnt die Psalmen, Lobpreise Gottes zu beten, zu singen und man zieht sich zurück in eine Garten der Gethsemane genannt wird und schon öfter als Aufenthaltsort benutzt wurde. Auf dem Weg dorthin offenbart Jesus den Jüngern: „Ihr alle werdet in dieser Nacht an mir Anstoß nehmen“ Mt 26, 31

Hier kommt Petrus ins Spiel. Er, der immer ein wenig vorlaut war und wie es scheint ein gesundes Selbstvertrauen hat sagt: „Und wenn alle an dir Anstoß nehmen – ich niemals!“ Mt 26, 33

Petrus ist sich so sicher über sich selbst und sitzt nun im Hof des Hohen Priester. Hier seine Worte:

Da trat eine Magd zu ihm und sagte: Auch du warst mit diesem Jesus aus Galiläa zusammen.“ Doch er leugnete es vor allen Leuten und sagte: „Ich weiß nicht, wovon du redest.“ Mt 26,69f

Petrus, bereit zu flüchten vor den lästigen Fragen die ihn des Verrat beschuldigen, wird am Tor noch einmal erkannt.

Und als er zum Tor hinausgehen wollte, sah ihn eine andere Magd und sagte zu denen, die dort standen: „Der war mit Jesus aus Nazaret zusammen.“ Wieder leugnete er und schwor. Kurz darauf kamen die Leute, die dort standen, zu Petrus und sagten: „Wirklich, auch du gehörst zu ihnen, deine Mundart verrät dich.“ Da fing er an, sich zu verfluchen und schwor: „Ich kenne den Menschen nicht.“ Mt 26, 71

Petrus, der schwört diesen Menschen nie gesehen oder gekannt zu haben und sich zu verfluchen beginnt, sollte er ihn kennen setzt sich so außerhalb die Gemeinschaft der Jünger. Und in diesem Moment kräht ein Hahn!

Was tut Petrus? Er geht hinaus und weint bitterlich. Tränen sind immer auch Ausdruck von Bedauern, von in sich gehen und es wagen, neu zu beginnen. Petrus findet, nachdem er wahrgenommen hat was er gerade getan hat, zurück und er erinnert sich an alle Taten und Worte Jesu und glaubt das in der Liebe Jesu, in seiner Vergebung auch diese Verfehlung aufgehoben ist. In der Vergebung mit der Jesus seine Mission begonnen hat: „Das ist mein Blut, das Blut des Bundes, das für viele vergossen wird zur Vergebung der Sünden.“ Mt 26, 28

Warum schaut das Ende des Judas, nachdem er wahrgenommen hat was er falsch gemacht, anders aus?

Als nun Judas, der ihn verraten hatte, sah, dass Jesus zum Tod verurteilt war, reute ihn seine Tat. Er brachte den Hohenpriestern und den Ältesten die dreißig Silberstücke zurück und sagte: „Ich habe gesündigt, ich habe euch einen unschuldigen Menschen ausgeliefert.“ Sie antworteten: „Was geht das uns an? Das ist deine Sache.“ Mt 27, 3

Judas will seine Tat ungeschehen machen und bekennt das er gesündigt hat. Er kann aber selber nicht glauben, dass selbst diese Sünde bei Jesus Vergebung findet und geht und hängt sich auf. Er richtet sich selbst, schließt Gott als alleinigen Richter aus. Für ihn sind die Worte der Tempelpriester, die ihn benutzten und unterstützten, diese Tat zu tun die letzten Richter: „Schluss was geht das uns an das ist deine Sache!“

Das kennen doch auch wir, dass Menschen uns des öfteren benutzen, für ihre Zwecke gebrauchen aber dann kein Nachsehen haben oder Erbarmen zeigen für unser Verhalten!

Vertraue ich in Menschen oder in den Herrn wie David?

Da sagte David zu Gad: „Ich habe große Angst. Ich will lieber dem Herrn in die Hände fallen; denn seine Barmherzigkeit ist groß. Den Menschen aber möchte ich nicht in die Hände fallen.“ Chronik 21,13

Hat Judas diese Geschichte vergessen und vertraute mehr dem Richterschluss der Tempelpriester die nun Judas mit seiner Last alleine lassen als dem Richterspruch Gottes des barmherzigen Vaters, von dem Jesus immer erzählt hat?

Sr. Juliana Baldinger nds