„Wir können unmöglich schweigen über das,…”

Auferstehung

„…, was wir gesehen und gehört haben.” Apg 4,20

Sonnenaufgang

Ostermorgen

Diesem Text geht sowohl die Geschichte der Heilung des Gelähmten im Tempel voraus, als auch die Verkündigung Jesus sei von den Toten auferstanden.

Jemand fragt Dich über Deinen Glauben. Was kannst du antworten? Hast du Dich schon mal gefragt, auf was für Pfeilern steht mein Glaube, worauf ist er dieser Glaube gegründet?

Die Jünger Jesus erzählen die Wunder Jesus, die Predigten, die sie von ihm gehört hatten. Sie erinnern sich an seine Art zu Leben. Aber was machte sie so selbstsicher so voll von Energie, über das was sie gesehen und gehört haben auch so zu sprechen!

Nun können wir uns auch fragen was haben sie den gesehen und gehört diese Jünger?

Oder was hat Paulus denn gesehen und gehört auf dem Weg nach Damaskus sodass er eine 180 Grad Wendung machte? Im Ersten Korintherbrief schreibt Paulus:

„Ich erinnere euch, Brüder und Schwestern, an das Evangelium, das ich euch verkündet habe. Ihr habt es angenommen; es ist der Grund, auf dem ihr steht. Durch dieses Evangelium werdet ihr gerettet, wenn ihr an dem Wortlaut festhaltet, den ich euch verkündet habe. Oder habt ihr den Glauben vielleicht unüberlegt angenommen? Denn vor allem habe ich euch überliefert, was auch ich empfangen habe: Christus ist für unsere Sünden gestorben, gemäß der Schrift, und ist begraben worden. Er ist am dritten Tag auferweckt worden, gemäß der Schrift, und erschien dem Kephas, dann den Zwölf. Danach erschien er mehr als fünfhundert Brüdern zugleich; die meisten von ihnen sind noch am Leben, einige sind entschlafen. Danach erschien er dem Jakobus, dann allen Aposteln. Als letztem von allen erschien er auch mir.“ 1 Kor 15,1f (vgl. auch Apg, 9,1-9)

Ostermahl mit Freunden

Ostermahl mit Freunden

In den Briefen an die ersten Gemeinden wird die Erfahrung der Jünger Jesus als den Auferstandenen verkündet. Die Auferstehung Jesu, die die Jünger erleben ist aber nicht beweisbar sondern ist eine Glaubenshaltung! Beziehung geht der Erfahrung voraus!
Um über Auferstehung sprechen zu können müssen wir zuerst dem Tod begegnen. Auferstehung setzt Tod voraus. Auferstehung von was und für was? Was ist nach der Auferstehung anders sind Fragen die auf Antwort warten.

Auferstehungshoffnung entsteht im Alten Testament in apokalyptischen Kreisen. Menschen leben in Situationen extremer Bedrohung und Bedrängnis und wünschen Auferstehung gegen Ungerechtigkeit. Unheil im Leben und der Geschichte verlangt nach Freiheit vom Tod über Tod hinaus. Auch geschieht ein stufenweises Verstehen von Auferstehung zuerst wie im Buch Ezechiel wo Auferstehung das ganze Volk betrifft und in den Makkabaer Büchern wo Auferstehung persönlich geschieht an Einzelnen.

„Ausgetrocknet sind unsere Gebeine, unsere Hoffnung ist untergegangen.“ Ez: 37:11  Auferstehung hier ist Rückkehr ins alte Leben. Das Königtum David wird wieder hergestellt. Die Rückkehr ins Land Israel bedeutet dass die Verheißung erfüllt wird. Das ganze Volk wird auferstehen. Auferstehung ist ein Tun Gottes, so dass wir erkennen wer Gott ist. Gott im Alten Testament ist ein Gott des Lebens der Schöpfer von Leben, der Beschützer des Lebens.

Im Makkabaer Buch ist Auferstehung etwas Persönliches. Einzelne erleben Auferstehung wenn sie nach dem Gesetz gelebt haben. Auferstehung zum Leben ja!  Es wird aber nicht ausgesagt wie dieses Leben aussieht: 2 Mak 7,9 „Neuen ewigen“; 2 Mak 7,14 „Auferstehung zum Leben“; 2 Mak 7,35 „Zusicherung von ewigem Leben“.

Auferstehung ist etwas Einmaliges so wie Schöpfung. Nach der Auferstehung geht Jesus durch Türen, nach der Auferstehung erleben wir die Taufe des Hl. Geistes. Erste Aussagen über Auferstehung finden wir in den Briefen von Paulus, aber wie sie passiert wird nicht gesagt. Jenen die nicht glauben bleibt verborgen, dass Jesus lebt. Seinen Freunden aber ist die Begegnung mit dem Auferstandenen sichere Erfahrung. Apg 10,41; 1 Kor 15,3-5

Es gibt Hinweise auf die Schrift und namhafte Zeugen von Erscheinungen. Lk 24,34 Aber jede nähere Bestimmung oder Beschreibung fehlt. Jede anschauliche Beschreibung fehlt von der Auferstehung und den Erscheinungen, ebenso der Bezug auf das leere Grab. Erst die später abgefassten Schriften 70 – 100 n. Chr. betonen die Wirklichkeit der Auferstehung und das leere Grab.

Auseinandersetzungen mit Juden und anderen geben Anlass das die ersten Zeugen ihre Erfahrungen festzuhalten versuchen und darzustellen. Nicht die Erzählungen der Frauen über geöffnetes, leeres Grab und Engel Erscheinungen sondern die Begegnung mit ihm, den Auferstandenen gesehen zu haben begründet den Glauben der Urkirche. 1Kor; 15,14-17 Mit der Auferstehung steht und fällt der christliche Glaube.

Wem der Auferstandene erscheint der wird Zeuge Jesu Lebens (Apg 3,15)  seines Todes, seiner Auferstehung. Jesus sagt nach Auferstehung nichts Neues. Er liest die Bibel zu den Jüngern. Lk,24

Es gibt im Neuen Testament verschiedene Wörter die für die Umschreibung der Auferstehung genutzt werden.

  • Auferstanden 1 Tes 4,14: aus eigener Kraft auferstanden vgl. Lk,24,34
  • Auferweckt 1 Kor,15,3-9: Er ist auferweckt worden; jemand tut es für ihn. Röm 10,9;
    2Thm 2,8
  • Gott erhöht: Phil 2,6-11

Auferstehung ist somit mit Glauben verbunden, mit Beziehung, mit Erfahrung. Es ist Begegnung mit dem Auferstandenen.

Kann man somit sagen, dass Auferstehung eine Wiederherstellung des versöhnten Verhältnisses zwischen Gott und Mensch ist wie einst im Paradies?

„Christus ist Auferstanden! Hallelujah er ist wahrlich Auferstanden!“