Ausbildungstage für Ausbildner

NDS formation en Ein Karem

Wir möchten euch einige starke Erlebnisse aus unserer Tagung «Ausbildung für Ausbildner» mitteilen. Sie wurde von unserem Biblischen Ausbildungszentrum Jerusalem organisiert. An der Tagung nahmen Schwestern, Brüder, Assoziierte und Freunde von NDS teil.

Das Programm war sehr reich und die Zeit zwischen 24. November und 8. Dezember war wohlgefüllt. Der erste Teil der Tagung war im Hospiz Ecce Homo; er behandelte Themen bezüglich Jerusalem, das Judentum, das Christentum und den Islam. Wir haben den Text der Tora mit dem Rabbiner Michael Marmur und den Midrasch mit Ester Lapain studiert. Manche Teilnehmer haben auch Vorträge über andere Themen gehalten.

Unter den vielen neuen Einsichten, die wir während der Tagung erhielten, schien uns eine besonders sehr wichtig, sowohl im Inhalt als auch in der Darstellung: wie die Evangelien entstanden sind.

Der jüdische Kontext der Zeit des zweiten Tempels, vorgetragen von Alain Michel, hat uns erlaubt, die Gesamtheit des jüdischen Denkens und Lebens zu sehen, sowohl in der Zeit Jesus’ als auch in der Zeit der ersten christlichen Gemeinden. Und dank unserem Führer haben wir dies «gefühlt», auf unseren Wanderungen in Galiläa oder in Jerusalem, auf dem Weg vom Tempelberg zur Davidstadt. Was wir dort erlebten, hat uns ermöglicht, Elios Vorträge über die allmähliche Entstehung der Evangelien zu verstehen, die am Ende, am «Kerigma» beginnt, wozu allmählich hinzugefügt wurde, was man über das Leben des Jesus in Galiläa erzählte, dann die Geschichten der Kindheit, denn es bestand ein so großer Bedarf, diesen Mann zu kennen, der «gestorben und auferstanden» war. Durch Elios Vortrag über Paulus, diesen gewöhnlichen Menschen aber herausragenden Juden, sahen wir die Realität des Paulus als eines zum «messianischen» Zug der Zeit gehörenden Menschen, mit all den praktischen Schwierigkeiten, die in gemischten Gemeinden gelöst werden mussten.

Vorträge hören, auf diesem Land wandern, die archäologischen Reste dieser Zeit sehen, aber auch das heutige, lebendig-explosive Jerusalem, die Natur berühren, den Duft der Blumen einatmen, das ließ uns in die jüdische Realität von gestern und heute eintauchen, aus der wir kommen und deren Mission und Versprechungen auch unsere sind.

In der ersten Woche war das Wetter so schlecht, dass unser Ausflug in die Wüste abgesagt werden musste. Es regnete sehr reichlich, und die Straßen waren überschwemmt.

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Für die zweite Woche übersiedelten wir in das Haus in Ein Karem, das jetzt ein wahres «Sionsdorf» geworden ist. Unsere Arbeit dort konzentrierte sich auf das Studium von Bibeltexten. Anne Catherine und Elio haben uns bei der Lektüre angeleitet und haben Verbindungen zwischen dem Neuen und dem Ersten Testament aufgezeigt.

Wir haben auch zwei Tage in Galiläa zugebracht, mit Elio als Führer.

Wir hatten einen sehr besonderen und berührenden Besuch in Yad Vashem mit Shlomo Balsam. Er hat uns seine persönliche Erfahrung mitgeteilt und durch sie die Geschichte seines Volkes.

In unserem ganzen Programm gab es immer wieder Reflexion und Diskussionen über Bildung in Jerusalem. Das Ziel unserer Arbeit hier war es, Möglichkeiten der Zusammenarbeit mit dem Bibelzentrum Jerusalem zu finden.

un coeur pour la paix

Am Sonntag haben wir ein wunderbares Projekt in der Hadassah-Klinik entdeckt. Es heißt «Ein Herz für den Frieden» und betrifft Kinder und Erwachsene mit einer angeborenen Fehlfunktion des Herzens. Nur eine Operation kann das Leben retten. Die Patienten kommen aus der ganzen Region, inklusive West Bank und Gaza, unabhängig von ihrer Religion oder Nationalität.

Wir möchten euch auf diese wunderbare Tätigkeit hinweisen. Ihre könnt ihre Website besuchen: www.uncoeurpourlapaix.org.

Viele andere wunderbare Dinge wären zu erzählen, zum Beispiel das Erlebnis der Universalität infolge der vielen Länder, aus denen Teilnehmer kamen… Das machte Übersetzer notwendig für die Arbeit, war manchmal schwierig, aber so nützlich! Es gab reichen Austausch durch Gespräch, und die Projekte kommen in Schwung! Utopie? Nein, sondern der Realismus der Notwendigkeit, unsere Berufung in Sion nach allen Seiten strahlen zu lassen.

Wir grüßen euch aus Ein Karem!
7. Dezember 2014.

Martine Querette, Associate of Sion, Frankreich
Yvonne Schneiders, Associate of Sion, Frankreich
Sr. Victorine Mbuyamba-Muanza, nds
Sr. Ania Bodzinska, nds